Schulbau Symposium Berlin

Ein Symposium zu neuen Förderrichtlinien im Schulbau Aufgabe
Das Symposium veranstalteten die Montagsstiftung – Jugend und Gesellschaft, der Bund Deutscher Architekten (BDA) und der Verband Bildung und Erziehung (VBE). Die geladenen Teilnehmer/innen aus Pädagogik, kommunaler Verwaltung, Architektur und Stadtplanung sollten gemeinsam mit Expert/innen und Referent/innen der drei Kooperationspartner sowie der Politik zum Thema Schulbau ins Gespräch kommen und diskutieren.

Ziel
Hintergrund des Symposiums ist die Lockerung des Kooperationsverbots, die es dem Bund ermöglicht, künftig finanzschwache Kommunen bei der Sanierung von Schulen zu unterstützen. Die 150 Teilnehmer/innen sollten gemeinsam mit den Veranstaltern und der Politik Eckpunkte für ein neues Förderverständnis und Qualitätskriterien der Förderung erarbeiten und diskutieren. Dabei galt es vor allem zu klären, welche Anreizsysteme wir im Schulbau brauchen, um zukunftsfähige Schulen zu fördern.

Umsetzung
Zu Beginn der Veranstaltung stellte Martin zur Nedden (Deutsches Institut für Urbanistik DIFU) zunächst vor, um welches Fördervolumen es sich handeln wird. Anschließend kamen die Veranstalter und Kooperationspartner zu Wort und zeigten Perspektiven zum Handlungsbedarf beim Thema „Schulbau“ auf (Heiner Farwick, BDA; Karl-Heinz Imhäuser, Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft; Udo Beckmann, VBE). Weitere Impulse zu aktuellen Planungsvorhaben lieferten Vertreter aus den Kommunen.

Nach der inhaltlichen Einführung und den Einblicken aus der Praxis stellten Barbara Pampe (Projektbereichsleitung Pädagogische Architektur bei der Montag Stiftung) und Doris Gruber (Architekturbüro Gruber + Popp Architekten, BDA) die sechs Kernaussagen aus den „Leitlinien für leistungsfähigen Schulbau in Deutschland“ vor. Die Kernaussagen standen in Form von Kartons als Fundament auf der Bühne.

  • Leistungsfähige Schulen haben eine Architektur und ein Raumprogramm, die auf einem pädagogischen Gesamtkonzept basieren.
  • Leistungsfähige Schulen sind Orte mit hochwertigen funktionalen und ästhetischen Qualitäten, an denen sich Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, andere Beschäftigte und Besucherinnen und Besucher wohl fühlen.
  • Leistungsfähige Schulen sind vielseitig, vielfältig und können sich verändern.
  • Leistungsfähige Schulen sind langlebig und wirtschaftlich im Betrieb.
  • Leistungsfähige Schulen bieten gesunde und sichere Bedingungen zum Lernen, Leben und Arbeiten.
  • Leistungsfähige Schulen und ihre Gebäude sind wichtige Bausteine einer Stadt, einer Gemeinde, eines Quartiers.

Sie bildeten die Grundlage für die anschließende Arbeitsphase, in der die Teilnehmener/innen in interdisziplinären Arbeitsgruppen Kriterien für Investitionen in den Schulbau diskutierten. Die Arbeitsgruppen arbeiteten zu folgenden Fragen:

  • Welche der benannten Kernaussagen für einen zukunftsfähigen Schulbau sollen aus Ihrer Sicht schwerpunktmäßig durch Förderprogramme unterstützt werden?
  • Welche Kriterien müssen Kommunen und Schulträger bei der Sanierung bzw. beim Neubau von Schulen erfüllen, um eine Förderung zu erhalten?

Mithilfe dieser Fragestellungen formulierten die Teilnehmer/innen Empfehlungen und Qualitätskriterien, um sie im anschließenden Plenum vorzustellen. Die Arbeitsgruppen formulierten dabei die drei wichtigsten Empfehlungen und präsentierten diese ebenfalls auf Kartons, die dann auf dem Fundament der Kernaussagen auf der Bühne Platz fanden.

Den Abschluss der Veranstaltung bildete die Diskussion mit Gästen aus der Bundespolitik (Stefanie Remlinger, Bündnis 90/Die Grünen, und Nicola Beer, FDP, Michael Kretschmer, CDU, und Ernst-Dieter Rossmann, SPD). Die Diskussion wurde als Fishbowl moderiert, sodass alle Teilnehmer/innen die Möglichkeit erhielten Fragen und Anmerkungen in die Diskussion einzubringen und zu diskutieren.

Resumée
Rückblickend betrachtet war das Symposium eine erfolgreiche, lebendige Veranstaltung. Die Zusammensetzung der Teilnehmenden aus allen beteiligten Berufsgruppen und Branchen sorgte in der Arbeitsgruppenphase für regen Austausch und konstruktive Diskussionen. Die Ergebnisse in Form von Kriterien und Empfehlungen für ein neues Förderverständnis im Schulbau legten eine gute Grundlage für die anschließende Auseinandersetzung mit der Politik. In der Fishbowl-Diskussion diskutierten die Beteiligten teilweise kontrovers, sodass eine lebhafte und interessante Debatte entstand. Einig waren sich Teilnehmer/innen und Politiker/innen darin, dass die anstehenden Investitionen im Schulbau zu Schulen führen müssen, in denen sich Schüler und Lehrer wohl fühlen und die neue pädagogische Konzepte ermöglichen.

Die im Rahmen des Symposiums von allen Teilnehmenden aus Pädagogik, kommunaler Verwaltung, Architektur und Stadtplanung formulierten Kriterien wurden als Positionspapier veröffentlicht.

Kunde: Montagsstiftung – Jugend und Gesellschaft, Bund Deutscher Architekten (BDA), Verband Bildung und Erziehung (VBE)

Berater: Ines Stade, Thea Rudkowski

Termin: 20.6.2017

Kurzbeschreibung Symposium zu neuen Förderrichtlinien mit 150 Teilnehmern aus aus den Bereichen Pädagogik, kommunale Verwaltung, Architektur und Stadtplanung

Links:

Veranstaltungsdokumentation – Bund deutscher Architekten >>

Veranstaltungsdokumentation – Montagsstiftung >>

Veröffentlichung „Leitlinien für leistungsfähige Schulbauten in Deutschland“ >>

Podcast der Sendung „Campus & Karriere“ vom 20.06.2017 im Deutschlandfunk Kultur (Philip Bense)>>

Positionspapier der Teilnehmer (word 1 S.) >>