Thea_Rudkowski_400x420Passbild_Anne Seidelvon Thea Rudkowski und Anne Seidel

Die Arbeitswelt verändert sich und immer mehr digitale Errungenschaften fließen in die täglichen Abläufe ein. Neue Anforderungen an Produkte und Dienstleistungen erfordern die Erneuerung bisheriger Denk- und Arbeitsweisen. Betroffen sind – früher oder später – alle Bereiche eines Unternehmens. Digitale Transformation heißt nicht nur Veränderung in der Entwicklung und Nutzung neuer Technologien, sondern auch Kulturwandel und Veränderungen in der Führung. Nachstehender Artikel dreht sich um die Frage: Wie kann ein erfolgreicher Start in die Digitale Transformation im eigenen Unternehmen gelingen? Von Thea Rudkowski und Anne Seidel.

Welche inhaltlichen Aspekte müssen bedacht werden? Welche Anforderungen an Führung ergeben sich daraus? Wie gelingt es, möglichst alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf diesem Weg mitzunehmen? Welche Methoden können dabei helfen?

Es gibt nicht das Geheimrezept oder die entscheidende Methode. Der Wandel beginnt in jedem Unternehmen unter ganz eigenen Voraussetzungen. Die Expertise und Erfahrung der Belegschaft zu nutzen, kann ein Schüssel sein, um die komplexe Aufgabe der Digitalen Transformation zu meistern. Gehen Sie die Digitalisierung klug an, denn aufhalten lässt sie sich nicht.

An einem Fallbeispiel zeigen wir Ihnen, wie in einer Großgruppenveranstaltung der Aufbruch in die Digitale Transformation gestaltet und begleitet werden kann.

Fallbeispiel Großgruppenveranstaltung: Aufbruch in die Digitale Transformation

Im September fand in einem Hamburger Unternehmen eine Auftaktveranstaltung zum Thema „Neue Arbeitswelt(en) – Digitale Transformation“ statt. Die Veranstaltung war als eine Beteiligungskonferenz konzipiert, in der sich inhaltlicher Input und Austausch mit konkreten Arbeitsphasen abwechselten. Die Teilnehmenden hatten nicht nur vielfältige Möglichkeiten, ihre Erfahrungen und ihr Wissen einzubringen – ihre Beteiligung war explizit erwünscht und Grundlage für die wertvollen Ergebnisse, die dieser Tag brachte.

„Hey, Cortana“ – Zu Beginn gab es einen inhaltlichen Input zu Visionen der „Digitalen Transformation“. Mit „Hey Cortana“ – der Ansprache der digitalen Assistentin begann der Vortrag. Cortana brauchte einige Anläufe bis das richtige Dokument auf der Leinwand erschien. Ein wahres Praxisbeispiel dafür, dass Digitale Transformation Mut erfordert, neue Wege zu gehen und eine Fehlerkultur, die Innovation mehr schätzt als dass alles auf Anhieb perfekt funktioniert – ein wesentlicher Aspekt für das Gelingen des Veränderungsprozesses. Weitere Aspekte, die sich aus dem begeisternden Input ergaben, wurden anschließend in Kleingruppen rege diskutiert und erarbeitet.

Vom Zuhören und Austauschen in die Aktion

Das anschließende „Wall Storming“ trug dazu bei, dass sich die Teilnehmenden über die aktuelle Situation innerhalb des Unternehmens bewusst wurden. Gedanken, Ideen und Geistesblitze wurden auf Klebezetteln notiert und an Wänden zu verschiedenen Fragestellungen verteilt. Vor der Präsentation der Ergebnisse, war jeweils eine Gruppe von Teilnehmenden dafür zuständig die Antworten auf den Pinnwänden zu bündeln. – Bei der Vielzahl von Beiträgen eine echte Herausforderung! Den Auftraggebern wurde zu diesem Zeitpunkt bereits deutlich, dass die Teilnehmenden sich mit großem Engagement dem Thema der Veranstaltung widmeten, sich inhaltlich fundiert auseinandersetzten und erfolgskritische Faktoren der Digitalen Transformation für ihr Unternehmen identifizierten. Die Mitglieder der Geschäftsführung, die die Veranstaltung vor Ort begleiteten, beobachteten die Dynamik in der Zusammenarbeit mit großer Zufriedenheit.

Welche Unternehmenskultur begünstigt die Digitale Transformation?

Nach der Mittagspause folgte ein weiterer Input zum Thema „Unternehmenskultur im Kontext der Digitalisierung“. Mit diesem Input gelang es den Fokus auf Führungsfragen in der Digitalen Transformation zu richten.

Wie führe ich erfolgreich in der Digitalen Transformation?

Nach dem Vortrag folgte ein World Café zum Thema „Führung in der Digitalen Transformation“. Die Teilnehmenden diskutierten angeregt in drei verschiedenen Konstellationen an Cafétischen und kamen zu spannenden Erkenntnissen und Ergebnissen zum Umgang mit Führung in der Digitalen Transformation. Die Kernthemen der Diskussionen an den einzelnen Tischen wurden am Ende der Arbeitsphase im Plenum präsentiert. Wie in jeder anderen Arbeitsphase gab es hier sowohl die Gelegenheit Gutes im eigenen Unternehmen zu würdigen als auch Wünsche und Ideen für die Zukunft konstruktiv zu äußern. Mit viel Kreativität und einprägsamen Schlagworten teilten die einzelnen Gruppen in dieser Phase ihre Erkenntnisse mit den übrigen Teilnehmenden.

Was macht den Erfolg einer solchen Veranstaltung aus?

Zusammengefasst wurden alle Ergebnisse der Veranstaltung in Form einer Führungslandkarte. Die Teilnehmenden konnten kontinuierlich verfolgen, wie ihre Leitsätze, Ideen, Bilder und Kernaussagen aus den verschiedenen Arbeitsphasen zur Digitalen Transformation in ihrem Unternehmen in der Visualisierung ihren Platz fanden. Diese Art der Ergebnissicherung stieß sichtlich auf Begeisterung. Die Karte kann jedem Teilnehmenden nach der Veranstaltung leicht zur Verfügung gestellt werden. Sie zeigt die Ergebnisse des Tages und kann Startpunkt für eine konkrete Umsetzung von Veränderungen im Unternehmen sein. Veränderungen, die die Teilnehmenden als Umsetzer und Multiplikatoren der Digitalen Transformation selbst als relevant identifiziert haben.

Zusammenfassung der Ergebnisse für unser Fallbeispiel:

  • alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mitnehmen
  • „Bottom Up“ – Vertrauen in die Ideen der Mitarbeiter
  • offene Fehlerkultur etablieren
  • angstfreie Atmosphäre schaffen
  • Transparenz über Ziele, Entscheidungen und Strukturen
  • Durchhaltevermögen
  • Vorleben einer Lernkultur
  • frühzeitige und umfassende Kommunikation
  • Motivation
  • interdisziplinäre Teams